5.6Hof 5

5.6.1 Organisation
5.6.1 Bereichsaufteilung
5.6.1.2 Besprechungen und Absprachen
5.6.1.3 Mahlzeiten
5.6.2 Soziale Strukturen
5.6.3 Konflikte und Konfliktpotentiale (Ursachen und Auswirkungen)
5.6.4 Umgang mit Konflikten
5.6.5 Erfahrungen daraus, was daraus gelernt?




Diese ebenfalls ältere Hofgemeinschaft gehört zu den flächenmäßig kleinen, so daß es nicht verwunderlich ist, daß hier auch im Verhältnis zu den anderen Hofgemeinschaften wenige Tiere (aber in der vollen Breite: Kühe, Schweine, Hühner und weitere Tiere) anzutreffen sind. Die Produktionsbedingungen würde ich als mittelmäßig gut einstufen. Interessant ist, daß dieser Hof sehr viele Verantwortliche hat, insgesamt relativ viele Personen, die auf dem Hof leben (viele Kinder), aber auch viele, die außerhalb leben und dort (in der Vermarktung) tätig sind. Es gibt aber nur relativ wenige Lehrlinge und feste Angestellte. Hier ist es gelungen, die festen Mitarbeiter in die BG aufzunehmen, wirklich die Idee einer Gemeinschaft zu leben, mit gleichen Verantwortlichkeiten im rechtlichen Bereich, im arbeitstechnischen Bereich aber jeder mit eigenem Verantwortungsbereich. Die Gesamtarbeitsbelastung ist mittelmäßig (im Verhältnis zu den anderen Hofgemeinschaften).

Dadurch, daß der Hof recht abseits vom Dorf gelegen ist, bestehen hier auch nur geringe Kontakte, das Verhältnis zu den Kunden ist aber gut, und auch eine (maschinelle) Zusammenarbeit mit den Nachbarn findet statt.

5.6.1 Organisation

5.6.1.1 Bereichsaufteilung
Auch auf diesem Hof finden sich die typischen Arbeitsbereiche wieder, mit ganz klaren Verantwortlichkeiten, und Angestellte hauptsächlich in der Vermarktung und der Gärtnerei. Hier haben wir es mit den Verantwortungsbereichen Acker/Stall, Gemüse/Vermarktung, Verwaltung, Käserei, Bäckerei und einem "sonstigen" Bereich (Abokistenvertrieb) zu tun, wobei in jedem Bereich ein Verantwortlicher ist mit im Bereich Acker einem und im Bereich Garten drei Lehrlingen bzw. abhängig Beschäftigten (Angestellten), bis auf die Käserei, die von einem Team verantwortlich geführt wird (und keine sonstigen Mitarbeiter hat) und der Abokistenvertrieb, wo 1,5 Verantwortliche tätig sind. In der Vermarktung sind 5,5 zusätzliche Personen vom Hof (aus den verschiedensten Bereichen) und nochmal so viele von außerhalb tätig, aber nur zeitweise.

Der große Bereich, in dem meistens keine Verantwortlichkeiten festgelegt sind, ist auf diesem Hof offenbar recht gut gegriffen - hier bestehen sogar für gemeinsam genutzte Autos Zuständigkeiten, und wenn doch noch ein neuer undefinierter Bereich auftaucht, wird ein Verantwortlicher für diesen Bereich gesucht. Diese nicht zugewiesenen Bereiche leiden leider immer, solange es keine Verantwortlichen gibt.

5.6.1.2 Besprechungen und Absprachen
Die täglichen Arbeiten werden in den Bereichen einzeln abgesprochen, eine allgemeine Arbeitsbesprechung findet für alle nur einmal wöchentlich statt. Hier werden ein Rückblick und ein Vorblick auf die Arbeiten vorgenommen sowie nötige Absprachen getroffen. Betriebliche Entscheidungen, organisatorische Absprachen, Personalfragen, Probleme, Finanzen werden mit den verantwortlichen BG-Mitgliedern wöchentlich bearbeitet. Um auch einmal außerbetriebliche Themen bearbeiten zu können gibt es einen monatlichen Termin, an dem alle längerfristig auf dem Hof lebenden Menschen zusammenkommen. Im Winter wird mit diesen Personen dann für einige Tage ein Jahresrückblick und Vorblick vorgenommen sowie ein Leitbild bearbeitet, damit sich alle mit den Zielen des Hofes identifizieren können.

Die Atmosphäre dieser Besprechungen kann von locker oder gar müde bis knistrig-gespannt ausfallen, je nachdem, was vorher im Sozialen vorgefallen ist und welches Thema ansteht.

Besprechungen führen nicht immer zu Entscheidungen, manches Mal wird nur diskutiert und die Entscheidung bewußt verschoben. Aber wenn Entscheidungen getroffen werden, dann haben alle, die das Thema interessiert, die Möglichkeit, sich einzubringen, wobei es eine bewußte Handhabung ist, daß alle Verantwortlichen zu Wort kommen; zur Umsetzung eines Beschlusses wird jemand delegiert, der die Angelegenheit in die Hand nimmt und dem dann niemand mehr bei der Durchführung reinredet.

Die Kommunikation allgemein ist offensichtlich nicht immer ganz präzise - Lehrlinge und Angestellte sagen, daß Arbeitsanweisungen eher nicht klar und eindeutig seien, Verantwortliche jedoch gehen offensichtlich davon aus.

5.6.1.3 Mahlzeiten
Es bestehen auf diesem Hof zwei größere Tischrunden für die morgendliche und mittägliche Mahlzeit, die im Prinzip nach Arbeitsbereichen aufgeteilt sind. Die eine Tischrunde wird gebildet aus den "Landwirten" und teilweise den Käsern, die andere von den Gärtnern und dem Rest der Mannschaft. In jedem Haushalt wird unabhängig voneinander gekocht. Abendbrot macht jede Familie für sich, und auch die Lehrlinge unter sich, wobei manches Mal die Lehrlingsküche auch von den älteren Hofkindern gerne zum Abendbrotessen verwendet wird, so daß diese dann zu einem großen sozialen "Umschlagsplatz" wird.

Den Mahlzeiten wird von dem einen interviewten BG-Mitglied eine besondere Stellung in der Gemeinschaft zugesprochen, weil hier auch die Menschen zusammenkommen, die nicht unbedingt draußen zusammen gearbeitet haben oder die vielleicht sogar Schwierigkeiten miteinander gehabt haben, hier können Themen aufgegriffen werden, es kann ein Austausch, verbal und nonverbal, stattfinden, eine gemeinsame Tätigkeit, die das Zusammenleben fördert. Interessant ist, daß Tischgespräche sich häufig um landwirtschaftliche oder ökologische Themen drehen, daß aber diese Themen stark von denen abhängen, die die Runde prägen. Wenn nun ein Mensch dabei ist, der nicht mit der Anthroposophie oder dem christlichen Glauben vertraut ist, dann werden diese Themen auch nicht angesprochen. Deutlich ist, daß der Austausch allgemein mit den Menschen, mit denen man nicht zusammen ißt, viel geringer ist, daß diese Personen und ihre Bedürfnisse einem oft nicht so im Bewußtsein sind wie die, mit denen man beim Essen zusammenkommt.

5.6.2 Soziale Strukturen

Bei diesem Hof liegt eine interessante Mitgliedszeit vor. Es gibt sozusagen einen alten "Kern", innerhalb dessen auch einige Konflikte und Konfliktpotentiale schlummern (u.a., weil durch sie die typischen landwirtschaftlichen Bereiche abgedeckt werden und sie ihre unterschiedlichen Lebenseinstellungen kennen), und einige Personen, die ich als "Zuwachs" bezeichnen möchte, die erst kurze Zeit dabei sind, die eher in Verarbeitungsbereichen tätig sind. Deutlich ist auch, daß die Angestellten nicht ganz mit ihrer Rolle zufrieden sind, so wie das auf anderen Höfen auch der Fall ist. Sie würden gerne mehr mit entscheiden, eine gleichberechtigtere Rolle einnehmen als das der Fall ist. Lehrlinge dahingegen fühlen sich in ihrer Rolle und Funktion auf dem Hof wohl.

Jeder versucht, für den anderen Verständnis aufzubringen, für die Eigenarten des andern. Dabei muß man sehr darauf achten, daß man dem anderen nicht auf die Füße tritt mit irgendwelchen Anmerkungen. Das ist teilweise aber auch von der Formulierung abhängig, wie die Kritik geäußert wird. Große emotionale Streitereien sind momentan nicht gegeben, aber es gibt auch nur sehr wenige gemeinsame Aktivitäten wie z.B. singen.

Jede Familie und auch die Lehrlinge haben ihren eigenen Wohnbereich, wohin sie sich abends zurückziehen können.

5.6.3 Konflikte und Konfliktpotentiale (Ursachen und Auswirkungen)

5.6.3.1 Persönliche Konfliktursachen
Auf diesem Hof bilden offensichtlich die unterschiedlichen Persönlichkeiten der zwei "alten" Familien mit ihren Positionen und Verhaltensweisen die größten Konfliktpotentiale. Der eine wünscht sich mehr gemeinsame Aktivitäten, weil ihm das soziale Leben "zu schwach entwickelt" ist, der andere sagt, für ihn gäbe es auch eine Gemeinschaft ohne daß man viel gemeinsam mache. Es genüge das Bewußtsein, daß man zusammengehöre. Auf der einen Seite ist ein Mensch, der sehr aktiv auch nach außen in die Öffentlichkeit tritt, Dinge vorantreibt und die Hofentwicklung auch aus wirtschaftlichen Aspekten betrachtet, und bei dem immer die Gefahr besteht, daß er eine "Chefposition" einnimmt, was er aber nicht will. Die andere Seite übernimmt eher Aufgaben innerhalb der Gemeinschaft, setzt sich für die ideellen Ziele der Gemeinschaft ein, daß auch gemeinnützige Themen nicht aus den Augen verloren gehen, u.a. übernimmt sie auch Schlichterrollen, sie hat das Bedürfnis, auch einmal für sich sein zu können, es wird von einer Person manches mit sehr viel Zeit und Ruhe gemacht, was eine andere Person wiederum nur schwer aushalten kann, weil da "nichts passiert".

Konflikte treten immer dann auf, wenn man auf den anderen nicht eingeht.

Ein Konfliktpotential tut sich im Bereich der Kinderbetreuung auf. Die "alten" Familien ließen die Kinder eher neben der Arbeit herlaufen und sahen es als eine Herausforderung an, die täglichen Arbeiten neben der Kinderbetreuung zu bewältigen oder aber Aufgaben zu übernehmen, die nicht mit dem Zeitdruck, der in der Landwirtschaft besteht, erledigt werden müssen (z.B. die Blumenbeete). Immer kann es vorkommen, daß man in einen Konflikt kommt mit sich, den eigenen Wünschen und den Bedürfnissen der Kinder. Früher kam das wohl noch häufiger vor. In diesem Punkt ist die Gemeinschaft aber sehr freilassend und versucht zu akzeptieren, daß jede Familie da andere Prioritäten setzt. Und es zeigt sich deutlich, daß die neuen Familien eher sagen, sie können einiges nicht, weil sie ja die Kinder haben.

Wenn Aussagen von einer Person gemacht werden, die von der anderen Person leicht mißverstanden werden können, wenn es zu einem "Flaps zwischen Tür und Angel" kommt und diese Bemerkung mehrdeutig aufgefaßt wird, vielleicht sogar gemeint ist, dann können sich daran leicht Konflikte entflammen. Was man genau dieser Andeutung entnimmt, hängt ganz stark damit zusammen, welches Grundvertrauen man in Bezug auf den anderen Menschen entwickelt hat. Und gerade dieses Grundvertrauen scheint hier zwischen einigen Personen immer mal wieder in Zweifel gezogen zu werden. Auf Hof 1 treten diese neckischen Anmerkungen auch auf, dort wissen die betreffenden Personen aber genau, was sie davon zu halten haben, das ist hier nicht ganz der Fall.

5.6.3.2 Sachliche Konfliktursachen
Als sachliche Konfliktursachen wurden bei beiden Interviews knappe Güter genannt. Einmal war die Zeit das Problem, daß man selber gerne mehr gemacht hätte, der Tag aber nur 24 Stunden hat und daher die Kräfte gut verteilt eingesetzt werden müssen, also klare Prioritäten gesetzt werden müssen. Die anderen "knappen Güter" wurden nicht näher erläutert. Doch es ist deutlich, daß selbst bei Uneinigkeiten aufgrund von knappen Gütern oft von den eigenen anfänglichen Standpunkten abgewichen wird, weil die Notwendigkeiten (für den Hof z.B.) eingesehen werden, und insofern die Not die Ansichten wendet, und man dem anderen hilft in seiner Not, auch wenn es sonst persönliche Schwierigkeiten gibt.

Ein anderes Feld der sachlichen Konfliktursachen kann sich aufgrund von Ärger über den andern, z.B. über Fehler bei der Arbeit, auftun. Auf diesem Hof ist deutlich, daß die Verantwortlichen und auch Lehrlinge meinen, es dürften Fehler gemacht werden, die Angestellten dahingegen meinen das tendenziell eher nicht. Auch die Arbeitsanweisungen werden von den Verantwortlichen eher als klar aufgefaßt als von den Angestellten.

Der Bereich der Maschinenausstattung könnte auch zu Ärger führen, was bei der offensichtlich eher veralteten, nur teilweise neuen Maschinen nicht verwundern würde. Offensichtlich fehlen geeignete Geräte, aber nur die Angestellten und Lehrlinge stört es, daß aufgrund der ungeeigneten Geräte nicht effektiv gearbeitet werden kann.

Ein deutliches und immer wiederkehrendes Konfliktpotential ergibt sich in einem Bereich, der nicht klar abgegrenzt ist, wo sich Gärtnerei und Landwirtschaft überschneiden: bei den Kartoffeln! Von der Landwirtschaft angebaut, aber von den Gärtnern verkauft - wer erntet, sortiert, lagert ein....? Das ist immer wieder ein Anlaß zu Auseinandersetzungen.

5.6.3.3 Auswirkungen auf die Kommunikation
Auch auf diesem Hof gibt es immer wieder Defizite im Kommunikationsfluß. Es wird viel von einem gewissen Selbstverständnis ausgegangen, welches bei der anderen Person nicht gegeben ist. Oder es mangelt an Kraft und Energie, sich über alle Dinge auszutauschen. Wenn das Defizit zu groß wird, kann es aber rasch zu größeren Problemen kommen, und dann muß man wieder kommunizieren - nur bei dem einen dauert es länger, bis er mit dem Problem rausrückt, beim anderen geht das schneller. Aber daß etwas im Argen ist, bemerkt man meistens an der Stimmung, die in Wochenbesprechungen zutage tritt. Ob nun weniger oder direkter in schwierigen Situationen gesprochen werde, konnten mir die Interviewpartner nicht sagen. Höchstens, daß der Austausch chaotischer wird.

5.6.4 Umgang mit Konflikten

Es wird versucht, Konflikte bei den Mahlzeiten rauszuhalten, weil das in diesen Kreis, bei dem die Kinder dabei sind, nicht hinein gehört. Abendliche allgemeine oder persönlich abgesprochene Treffen dienen der Auseinandersetzung, wobei es aber auch manchmal vorkommt, daß die Auseinandersetzung direkt vor Ort, z.B. neben dem Schlepper, stattfindet. Im halben Spaß wurde auch angemerkt, daß evtl. Boxhandschuhe zur Konfliktbewältigung eingesetzt werden könnten. Allgemein ist aber klar, daß Gespräche zur Klärung anstehen und viel dazu beitragen, daß besonders eine ruhige, gefaßte, ehrliche, vorbehaltlose, sachliche und offene Kommunikation notwendig ist. Solange es bei der Aussprache noch zu starken Emotionen kommt, sollte man den Konflikt noch liegen lassen, so die Meinung des einen Interviewpartners. Der eine schafft es, das Problem anzusprechen, ein anderer zieht sich eher zurück, wieder einer will Konflikte nicht "an die große Glocke" hängen - der Umgang mit Konflikten ist schon unterschiedlich, manche ärgern sich, versuchen es selbst zu lösen oder besprechen es häufig auch, wobei die eine Seite offensichtlich bedauert, daß die andere Seite so wenig offen und konfliktfreudig ist. Doch sie sagt selber, daß sie diese Situation akzeptieren muß und sich deswegen nicht als "jemand Besseres" fühlen darf als die anderen, nur weil sie die Konflikte bearbeiten möchte. Sie muß damit leben, daß aufgrund dieser personellen Konstellation für sie einiges nicht möglich wird, was sie gerne machen würde.

Um der Vermutung von "heimlichen Klüngeleien" entgegenzuwirken, besteht die Abmachung, daß nicht in der Abwesenheit von jemanden über ihn geredet wird, so daß sich derjenige immer sofort verteidigen kann, falls man etwas an ihm oder seinem Handeln auszusetzen hat. Außerdem muß immer darauf geachtet werden, verbal nicht "unter der Gürtellinie" zu arbeiten, wenn man sich gerade mal wieder über jemanden ärgert.

Meistens schaffen es die Personen aber, von einem beleidigenden Abrutscher, der oft aus einer eigenen Enttäuschung heraus entstehen kann, wieder auf eine sachliche Ebene zu kommen, weil die Dinge, über die man sich ärgert, normalerweise den Hof betreffen (private Dinge sind den Familien freigestellt). Und diese sachlichen Dinge müssen zum Wohle aller bedacht werden, da sind persönliche Vorlieben oder Einstellungen nicht angebracht, so daß die Menschen es hier immer wieder schaffen, von der persönlichen auf die sachliche Ebene zurückzukommen.

Es wird versucht, Konflikte möglichst nicht in die Öffentlichkeit zu tragen, das trägt zur Bewältigung auch nicht bei. Wenn es doch nach außen getragen wird, dann ist etwas schon sehr im Argen. Immer wieder wird überlegt, ob man mit einem Supervisor zusammenarbeiten will, doch bis jetzt ist noch keine Entscheidung gefallen. Es bestehen insofern auch keine allgemeinen Regeln, wie bei Konflikten vorgegangen werden kann oder sollte.

Hilfreich kann es sein, daß die Menschen der Gemeinschaft sich bewußt als Individuen sehen und nicht noch nach ihrer eigenen Ichpersönlichkeit suchen, sondern diese schon ausgebildet haben. Dann sind sie für die Gemeinschaft befruchtend und können ihre Standpunkte darlegen. Außerdem ist es immer schwierig, wenn nur zwei "Parteien" auf dem Hof sind. Dann entstehen leicht polare Ansichten, und tiefschürfende Grabenkämpfe können die Gemeinschaft auseinanderfallen lassen. Wenn jetzt aber eine dritte Partei neutralisierend eingreifen kann, weil diese noch weitere Aspekte sehen kann als die Streitparteien, so kann das ausgesprochen stärkend für eine Gemeinschaft sein. .

5.6.5 Erfahrungen daraus, was daraus gelernt?

Befindet man sich im Konflikt, sind die Gedankenstrukturen chaotisch, und genauso auch der Austausch. Soll es zu einer Lösung des Konfliktes kommen, so muß eine ausgeglichene Gemütslage erreicht werden und eine gewisse Vertrauensbasis da sein, damit in einem intensiven Austausch eine Lösung gesucht werden kann.

Wird der Konflikt nicht wirklich gelöst, sondern nur vergessen, so bleibt das Konfliktpotential bestehen und kann jederzeit wieder aufflammen. Doch durch jeden positiv bewältigten Konflikt wächst die Hofgemeinschaft mehr zusammen, und es ist immer beglückend, wenn man es geschafft hat, wenn man diese Gratwanderung durchgestanden hat.

Der eine Interviewpartner sagt so schön: Wenn Konflikte nicht bewältigt werden, dann stagniert die Hof-Entwicklung. Dann könnte man nicht längerfristig miteinander leben.